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Historisches Lucretia-Ölgemälde auf maroufliertem Holz – Umfeld Ghirlandaio, wohl 17./18. Jh.

Objekt "Historisches Lucretia-Ölgemälde auf maroufliertem Holz – Umfeld Ghirlandaio, wohl 17./18. Jh."

Altmeisterliche Ölgemälde in der klassischen Technik der Marouflage – Öl auf Leinwand, welche stabilisierend auf eine massive, historische Holztafel aufkaschiert wurde – besticht durch seine ausdrucksstarke Komposition und große kunsthistorische Tiefe. Das Werk wird aufgrund der handbehauenen Struktur des alterstypisch gewölbten Holzträgers sowie der Materialbeschaffenheit als historische Nachschöpfung des Barock oder Klassizismus (wohl 17. oder 18. Jahrhundert) nach einem Florentiner Vorbild aus dem Umfeld der Ghirlandaio-Werkstatt des 16. Jahrhunderts eingeordnet. Dargestellt ist die junge Tugendheldin Lucretia als Halbfigur mit hochgestecktem, rotblondem Haar, reich verziert mit Perlenschmuck im Haar, Ohrgehängen, einer Perlen- und Goldkette sowie einem perlenbesetzten Armreif. Ihr Blick ist flehend nach oben gerichtet, während sie mit der Linken ein weißes Tuch von der entblößten Brust hebt und mit der Rechten den Dolch ansetzt, dessen Griff deutlich zu erkennen ist. Sie trägt ein edles, goldgelbes Gewand sowie einen roten, rosé gefütterten Umhang und sitzt vor einem tiefgrünen Vorhang, wobei rechts ein grün bezogener Tisch mit Tuch steht und links unten auf der Brüstung die historische Aufschrift „LVCRETIA“ fein bezeichnet ist. Stilistisch dokumentieren ein altes, rückseitiges Papieretikett mit der Bezeichnung „Corrado Ghirlandajo 1449 † 1495“ in Sepiatinte sowie das große, schwungvoll aufgetragene Sammlungsmonogramm „C.G.“ auf der Holzrückseite eindrucksvoll die Provenienzgeschichte. Das Kunstwerk befindet sich in einem altersbedingten, authentischen Zustand mit markantem Craquelé, kleinen Fehlstellen in der Malschicht sowie bestoßenen und leicht ausgefransten Gewebekanten an den Rändern, welche die originale Struktur des Leinwandträgers offenlegen. Gefasst ist das Gemälde in einem vergoldeten Holzrahmen mit Stuck sowie graviertem Gitter- und Rankendekor aus dem frühen 19. Jahrhundert, welcher berieben ist, Fehlstellen in der Fassung zeigt und an einer Ecke eine geöffnete Gehrung aufweist. Die stattlichen Gesamtmaße betragen inklusive Rahmen ca. 42 x 54 cm sowie ohne Rahmen ca. 30 x 43 cm (B x H).
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